Tränen der Freude über Leserspende

Neubrandenburg.

Nach langer Zeit wieder eine warme Wohnung. Sabine und Roland T. waren überglücklich, als sie die Spende vom Leserhilfswerk erhielten. Seit Monaten schon blieb der Heizöltank so gut wie leer. Obwohl beide arbeiten und sparsam leben, reichte es einfach nicht für eine Füllung. Wegen der Krankheit des jüngsten Sohnes war die Familie in ihre mecklenburger Heimat zurückgezogen, die Eltern gaben dafür gut bezahlte Jobs auf. Die neue Arbeit, die sie hier nach längerer Suche fanden, war deutlich weniger lukrativ. Wichtig ist ihnen auch die Ausbildung ihres Sohnes, die jedoch teilweise aus eigener Tasche bezahlt werden muss. Das brachte das Familienbudget heftig durcheinander, sodass sie sich immer nur Kleinstmengen an Heizöl leisten konnten. Erleichtert und sichtlich gerührt nahm der 62-Jährige die Leserhilfe entgegen.

Wie Sabine und Roland T. konnten auch viele andere Mitbürger in Not in den vergangenen Wochen eine Unterstützung aus dem Hilfsfonds erhalten. Zu ihnen gehörte der 34-jährige Ralf R. Er hatte mit Hilfe seines Betreuers, der sich um die finanziellen und behördlichen Angelegenheiten des geistig eingeschränkten Mannes kümmert, eine neue Wohnung gefunden, um endlich selbstständig zu leben. Die Möbel aus seiner vorherigen Bleibe taugten nur noch für den Sperrmüll. Ralf R. lebt von Grundsicherung. So suchte er seine neue Einrichtung in der Möbelbörse, aber Kühlschrank und Waschmaschine waren dort nicht zu haben. Dank Leserspenden gehören nun diese technischen Geräte zu seinem neuen Leben.

Überglücklich war auch die 29-jährige Anne K. über die Spende. Nach der Trennung von ihrem Partner war der Erziehungshelferin nicht einmal ein eigenes Bett geblieben. Selbst das altersgerechte Kinderbett der zweijährigen Tochter konnte sie nicht aus eigener Kraft finanzieren – trotz aller Sparsamkeit.

Leser spenden über
100 000 Euro

Über diese und weitere Schicksale berichteten wir in den vergangenen Wochen. Viele Leser fühlten sich davon berührt und überwiesen eine Spende an das Leserhilfswerk. So gingen auf den Spendenkonten bisher
100 085,15 Euro ein. Dadurch war es möglich, diesen und weiteren Menschen in Not eine Spende zukommen zu lassen.

Einer von ihnen war der 70-jährige pflegebedürftige Manfred G. aus der Uckermark. Als Maurer hat er an manchem Bauwerk seine Spuren hinterlassen. Ein Unfall machte dem 1995 ein jähes Ende. Bei der Hilfe für einen anderen Verunglückten wurde er selbst von einem Auto erfasst und so schwer verletzt, dass er erwerbsunfähig wurde. Er lebt jetzt von einer geringen Rente. Wenn dann noch zusätzliche Ausgaben wie unlängst für einen neuen Kühlschrank und einen Herd dazukommen, für die er immer noch den Kredit abzahlen muss, reicht es nicht für das Nötigste. So konnte er die fällige Zuzahlung für die Medikamentenbefreiung für das kommende Jahr einfach nicht aufbringen.

Freudentränen gab es bei Mandy L., als sie die Spende vom Leserhilfswerk erhielt. Wegen einer schweren Erkrankung kann die 27-jährige Altenpflegerin schon seit dem Sommer ihren Beruf nicht ausüben. Die Lohnfortzahlung ist ausgelaufen. Das Krankengeld von der Krankenkasse aber lässt auf sich warten – schon zwei Monate lang. Rücklagen sind aufgebraucht. So wusste die Mutter eines siebenjährigen Sohnes nicht, wie sie ihre Miete zahlen sollte.

Auch Juliane B. konnte es kaum fassen, endlich ein neues Bett kaufen zu können. Bei ihrer bisherigen, gebraucht gekauften Schlafstätte war das Lattenrost zerbrochen. Die 36-Jährige möchte gern arbeiten, fand aber aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen bisher keinen passenden Job, bekommt daher jetzt Arbeitslosengeld II. Davon war es ihr einfach nicht möglich, ein neues Bett zusammenzusparen.

Das Leserhilfswerk wird auch weiterhin Unterstützung geben in schwierigen Situationen – nicht nur in der Vorweihnachtszeit.